(Quelle: DVD Cover und Szenenfotos: Universal, Fox)

Firefly, Original: Firefly - Der Aufbruch der Serenity (2002)

Universal Pictures, 1 Pilotfilm (85min) und 13 Episoden (ca. 45min), Folgen: 14 in einer Staffel, Produktionsland:

USA; Idee: Joss Wheadon, Produktion: Joss Wheadon und Tim Minear, Musik von Greg Edmonson

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++Cast++  
Nathan Fillion als Malcom Reynolds Gina Torres als Zoé Washburn
Alan Tudyk als Wash Washburn Adam Baldwin als Jayne Cobb
Jewel Staite als  Kaywinnit Lee „Kaylee“ Frye Morina Baccarin als Inara Serra
Sean Maher als Dr. Simon Tam Summer Glau als River Tam
Ron Glass als Shepherd Derial Book  


Besprechung:

Plot (enthält Spoiler)

 Etwa fünfhundert Jahre in der Zukunft: es herrscht Bürgerkrieg. Einige Planeten schließen sich als sogenannte "Browncoats" zusammen, um gegen die große Planetenallianz aufzubegehren. Malcom Reynolds nimmt zusammen mit der taffen Zoé auf der Seite der Rebellen an dem Krieg teil und muss miterleben, wie dieser verloren geht. In der letzten großen Schlacht im Serenity Tal kapitulieren die Rebellen. Um sich nach dem Krieg dem langen Arm der Allianz zu entziehen,  kauft Reynolds ein altes Transportraumschiff der Fireflylasse, bringt es mit Zoé wieder auf Vordermann und tauft es nach den traumatischen Kriegserlebnissen "Serenity". Eine bunt zusammen gewürfelte Crew, bestehend aus dem Söldner Jayne Cobb, der Mechanikerin Kaylee Frye und Zoé´s Ehemann Wash, halten das alte Raumschiff am laufen.

Sie verbringen ihre Zeit damit, in den vom Zentrum der Allianz weit entfernten Randgebieten mehr oder weniger legale Aufträge anzunehmen. Die  Companion Inara, die dauerhaft ein Shuttle auf der "Serenity" gemietet hat, begleitet sie. Sie nutzt das Nomadenleben der Crew, um ihre sorgfältig ausgewählten Kunden zu besuchen und ihnen ihre Liebesdienste anzubieten. 

("Firefly, das ist tolle Science Fiction wie hier mit riesigen Allianz Raum-Kreuzern...)

Eines Tages nimmt die Mannschaft einen Priester namens Derial, den jungen talentierten Arzt Simon Tam und seine Schwester River auf. Schnell stellt sich heraus, dass mit Simon und River etwas nicht stimmt.  Auf den Doc und seine Schwester ist ein hohes Kopfgeld ausgesetzt, weil Simon seine Schwester aus einem Versuchslabor der Allianz befreit hat. Dort wurde River´s ungewöhnlich strukturiertes Gehirn mit brutalen Methoden untersucht, die große psychische Schäden hinterlassen haben. Das übersinnlich genial begabte Mädchen ist offenbar von höchster Wichtigkeit für die Regierung. Und obwohl der Reiz groß ist, ein stattliches Kopfgeld zu kassieren, beweist Reynolds, dass er mehr als nur ein kleiner Gauner ist. Er ist ein Mann von Ehre. So werden die beiden ein fester Bestandteil der Crew und auch ein Priester kann kaum schaden. Doch auch Shepherd scheint etwas zu verbergen. Und der Doc versucht herauszufinden, was die Regierung mit seiner Schwester angestellt hat. Währenddessen fliegt die Serenity entlang der äußersten Randplaneten der Allianzgrenzen, immer auf der Suche nach neuen Jobs...

(...aber auch eine handfeste Serie im Western-Look mit Pferden, Colts, Saloons und allem, was dazu gehört)

Fazit:

Was soll man über eine Serie von Joss Wheadon sagen, außer dass alles, was der Kerl anpackt, verdammt nach Kult riecht? Der Mann hat mit "Buffy" und "Angel" ein TV-Franchise erschaffen, dass mit ungewöhnlichen und neuen Stilmitteln angereichert wurde. Die in beiden Serien begründeten neuen Vampirmythen mischten das "Untoten-Genre" seinerzeit auf und finden sich auch heute noch in aktuellen Serien wie "True Blood" oder "Vampire Diaries" wieder. Und das sogar mehr, als der gute alte Oberblutsauger Dracula es je vermocht hätte. Außerdem zeigte das Multitalent unlängst wieder einmal, dass er auch ganz großes Kino produzieren kann. Die Avengers ist jedenfalls ein Superheldenfilm, der aus dem inzwischen leider immer mehr auftretenden CGI-Wiederkäuungsbrei (Ausnahmen bestätigen die Regel) mit einer guten Story hervorsticht. Des weiteren produziert er die Marvel' s Real Serie  Marvel' s Agents of S.H.I.E.L.D., von der ich bisher leider nur die erste Staffel gesehen habe, Shame on me! Der Mann weiß also was er tut und das hat er mit Firefly hinlänglich bewiesen.

(Nathan Fillion, derzeit Star in der Krimi-Serie "Castle", war eine hervorragende Wahl von Joss Wheadon für den Captain der Serenity)

Die Serie schreit aus tiefster Seele: KULT! Ein Western Setting, das in die Zukunft versetzt wird. Nicht, dass es die Verbindung zwischen Western und Space Opera nicht früher schon gegeben hätte. Nie wurde allerdings der Westernpart zuvor so stark betont, dass sogar Bezüge zum Nord-Südstaatenkonflikt in die Handlung einfließen. Hinzu gesellt sich eine Optik, die zwischen Western und Eastern schwebt. Firefly - Der Aufbruch der Serenity hat es somit geschafft, der Anfang der 2000er Jahre festgefahrenen Space Opera mehr als nur eine neue Facette hinzuzufügen. Tolle Countrysongs vermischen sich mit wildem Rumgeballer, tollen Special Effects, interessanten Sets und einem  Raumschiff, dessen Optik durchaus ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Eine gute Schauspielcrew um Nathan Fillion rundet das Bild ab. Von der ersten Folge an wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der darauf schließen lässt, dass Weadon auch hier wieder sein übliches Schema des staffelübergreifenden Handlungsbogen implementieren wollte. Die vorhandenen vierzehn Episoden scheinen zwar (noch) lose aneinander gereiht.  Dennoch stellen sich von Anfang an Fragen, die nach einer Beantwortung verlangen. Einzelne Fäden, wie die Hintergründe der Reaver, kannibalische Weltraumnomaden, werden zwar angerissen und im dritten Teil "Fernab der Zivilisation" ein wenig näher beleuchtet, doch was es wirklich mit ihnen auf sich hat, erfahren wir ob des viel frühen Endes der Serie leider erst im Kinofilm.

(die Serenity ist mehr als nur der heimliche Star der Serie, sie ist inzwischen Kult)

Nach der bescheidenen Ansicht des Schreiberlings sollte sich aus River' s Schicksal eine übergeordnete, langerfristig angelegte Storyline entwickeln. Finden die "Blauhände" etwa bereits in der Pilotfolge zumindest namentliche Erwähnung, wird diese Idee in der Episode" Falsches Spiel" wieder aufgegriffen und weiter ausgebaut. Wheadon zeigte ja schon in "Buffy", dass er gerne große Handlungsbögen enwickelt und über mindestens eine Staffel lang verfolgt. Ein ähnliches Konzept weist die erste Staffel zu Marvels Agents of S.H.I.E.L.D auf. Firefly war also geradezu prädestiniert dazu, ein ähnliches Schicksal zu erfahren, wäre die Show nicht von Anfang an auf starke Widerstände gestoßen. Mit einer nicht nachvollziehbaren Ausstrahlungs- und sich anschließenden Finanzierungspolitik sorgte der Sender Fox dafür, dass die Serie leider kaum wahrgenommen wurde.

(keine TV Serie verstand es bis heute, Science Fiction derart glaubwürdig mit dem Western-Genre zu kombinieren, auch wenn die neue SYFY-Channel Serie Defiance diese Idee aufgreift)

Das ist einerseits schade, hat aber vielleicht auch zum Kultstatus der Serie beigetragen. Jede Folge fühlt sich mehr nach einem fünfundvierzig minütigen Spielfilm, als  nach "schnöder" Serienkost an. Und das Ganze ist darüber hinaus noch mit einer gesunden Portion Humor gewürzt. Geschichten wie etwa "Jaynetown" oder "Das Duell" sind nicht nur erzählerisch gut gelungen, sondern auch humorvoll inszeniert.

Handwerklich und technisch ist Firefly über jeden Zweifel erhaben. Die Kameraführung ist insgesamt sehr gut gelungen, die Schnitte sind oft rasant aber nicht hektisch. Für Weltraumaufnahmen verwendete man gerne verwackelte Bilder. Außerdem wurden derartige Szenen zwar mit Musik untermalt, typische Space Opera Geräusche fehlen aber. Die CGI Effekte sind durchaus auf Leinwandniveau und nicht übertrieben, was in der heutigen Zeit von CGI Dröhnungen a'la Pacific Rim nicht ganz unwichtig ist. Die Musik passt einfach und wird akzentuiert auf den Punkt eingesetzt. Als aufgrund der explodierenden DVD Verkäufe klar wurde, dass man die Show sträflich unterschätzt hatte, bekam Joss Weadon die Chance, seine Saga mit  Serenity - Flucht in neue Welten (2005) , zu einem angemessenen Finale zu führen. Insofern darf man sich freuen, dass zumindest einige Handlungsfäden entwirrt wurden und ich als Zuschauer und Sammler nicht das Gefühl haben muss, hier wieder einmal auf dem Trockenen gelassen zu werden.

persönliche Bewertung: 6/6

Leserbewertung:

 


 

 

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