(DVD Cover und Szenenfotos: Warner Brothers Television)

Fringe, Original: Fringe (2008 - 2012)

Warner Bros. Television und Bad Robot Productions, 1 Pilotfilm á 81min und 98 Folgen á ca. 45min,

Produktionsland:USA: Idee: J.J. Abrams, Alex Kurtzman und Roberto Orci, Produzenten: J.J. Abrams, Bryan

Burk, Alex Kurtzman, Roberto Orci, H. J. Wyman, Jeff Pinkler und Joe Chapelle: Musik: J. J. Abrams, Michael

Giacchino, Chris Tilton und Chad Seiter

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 ++Cast++  
Anna Torv als Olivia Dunham Joshua Jackson als Peter Bishop
John Noble als Dr. Walter Bishop Jasica Nicole als Astrid Farnsworth
Lance Reddick als Phillip Broyles      Blair Brown als Nina Sharp
Kirk Acevedo als Charles Francis Seth Gabel als Lincoln Tyrone Lee

                                                                                

Besprechung                                                           

Der Plot (enthältSpoiler)

Seltsame Dinge geschehen auf good old Earth: Ein Flugzeug mit Passagieren stürzt aus unerfindlichen Gründen ab. An der Absturzstelle findet das Bergungstea, vollständig skelettierte Leichen. Außerdem liegt in den Trümmern auch noch ein seltsam transformierter Körper. Fragen über Fragen, denen sich die FBI Agentin Olivia Dunham, sowie ihr Partner und Lebensgefährte, John Scott, stellen müssen. Plötzlich übernimmt eine geheimnisvolle Gruppe innerhalb des FBI, die Fringe-Abteilung, die Ermittlungen am Tatort.  Von nun an liegt ein Mantel des Schweigens über dem Fall. Dennoch gelingt es Olivia, Ermittlungen anzustellen und so wird sie schließlich von Phillip Broyles, dem Leiter dieser ominösen Spezial Abteilung, angeworben.

Die junge Agentin erfährt, dass weltweit unerklärliche Vorfälle geschehen, die innerhalb der Fringe-Abteilung "das Schema" genannt werden. Die Gruppe befürchtet einen weltweiten Zusammenhang zwischen den Vorfällen. So beginnen die Nachforschungen und eine rasante Entwicklung nimmt ihren Lauf. Außer den beiden FBI Agenten stoßen noch Walter Bishop und sein Sohn Peter zur FBI Abteilung. Walter war in den 70ern ein genialer Wissenschaftler, wurde aber infolge übermäßigen Drogenkonsums und einiger "Schema" Vorfälle labil.  Die letzten 30 Jahre verbrachte er als Konsequenz in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie. Seltsamerweise scheinen die Vorfälle in einer geheimnisvollen Verbindung zu Bishop´s ehemaligen Forschungen zu stehen. Außer ihm gibt es nur noch den mächtigen Konzern MASSIVE DYNAMIC, der zur Aufklärung der Fringe-Vorfälle beitragen könnte. Doch vertrauenswürdig scheint das Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen nicht, so wird Walter´s einzig artiges Know How dringend benötigt.

(alles beginnt mit Flug 627, auf dem sich seltsames ereignet)

Nachdem Peter seinen Vater aus der Irrenanstalt getrickst hat, steigt der junge Mann bei der FBI Sondereinheit ein. Zunächst plant er, dies als Möglichkeit zu betrachten, Kapital aus der Sache zu schlagen. Als jedoch klar wird, wie lebensentscheidend seine Mithilfe ist, entschließt er sich, zu bleiben. John Scott weiß wiederum  offenbar viel mehr über "das Schema", als er Olivia gegenüber zugibt. Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu und führen schließlich zu Scotts Tod. Die junge hübsche Agentin schließt sich nun vollends der Fringe Abteilung an. Stück für Stück werden Oliver, Walter und Peter immer weiter ins Geschehen gezogen. Und langsam beginnen sie, "das Schema" zu enträteseln. Ein Paralleluniversum, das zu zerfallen droht, spielt dabei eine große Rolle. Die entdeckte Alternativrealität ist gleich und doch nicht gleich. HIer leben dieselben Personen, es exisiteren dieselben Orte. Und doch ist alles irgendwie anders. Vor allem gibt es dort sogenannte Vortexe, Einbrüche des Raum-Zeitkontinuums, die fürchterliche Verwüstungen und Zerstörungen in dieser alternativen Welt auslösen. Um diese Zerstörung zu verhindern, führt die andere Seite  einen geheimen Krieg mit teilweise weit überlegener Technologie gegen das Hier und Jetzt...

(um die seltsame zeitreisende Spezies der "Beobachter" entstpinnt sich eine spannende Storyline)

Fazit:

Da haben wir sie also, unsere erste Besprechung auf www.greatscifi.de. Warum gerade Fringe? Erstens weil zum Zeitpunkt der Onlinestellung dieser Seite just die letzte Staffel auf DVD erschien. Das Thema Fringe war seinerzeit also hochaktuell. Und zweitens, weil die Serie einfach coole SciFi mit  Mysteryelementen bietet und ausnahmsweise einmal wieder intellegent und erzählerisch dicht gestaltet ist. Damit zählt diese Show zu meinen derzeitgen Lieblingsserien. Abrams hat hier wirklich ein prima Stück Science Fiction/Mystery geschaffen, wenn es auch  ab Staffel 3 einige erzählerische Schwächen gibt. Einer der stärksten Momente beschert uns das Ende der zweiten Staffel mit einem denkwürdigen Cliffhanger. Die Serie versteht es dabei wunderbar, immer wieder alte Fragen zu beantworten und gleichzeitig neue aufzuwerfen. Der Verlauf des Krieges, das Schicksal und die Motive der Charaktere auf beiden Seiten, sowie die Klärung der Fälle hält uns dauerhaft bei der Stange und schürt Erwartungen.

(John Noble ist in seiner Doppelrolle als Dr. Walter Bishop der realten und der alternativen Welt fantastisch)

Leider zieht sich jedoch der Plot zum Ende der zweiten Staffel zu lange hin. Die Gefangennahme der "echten" Olivia, die  gegen die "alternative"  ausgetauscht wird, mag zunächst interessant sein, dümpelt aber im weiteren Verlauf vor sich hin.  Für meinen Geschmack verliert der Erzählstrang hier zu sehr an Tempo . Während beide Olivia´s ihrem Tagewek nachzugehen scheinen, ist oft einzig die sich entwickelnde Beziehung zwischen Peter und "Alternativ"-Olivia erzählerisch wichtig. So wird eine Storyline, die in fünf Episoden abgewickelt hätte werden können, künstlich auf eine halbe Staffel gestreckt. Ab der vierten Season büßt die show, obwohl immer noch auf hohem Niveau, weiter merklich ein, bis wir zum Ende hin durch die letzten 13 Episoden gehetzt werden. Man wollte wenigstens noch möglichst viele offene Handlungstränge auflösen.  Das macht sich dann natürlich auch hauptsächlich an den Drehbüchern bemerkbar. Gottseidank bleibt allerdings das schauspielerische Niveau gewohnt hoch.

(die andere Seite ist unserer Erde sehr ähnlich, dennoch gibt es wichtige, vor allem wissenschaftliche Unterschiede)

Ein würdiger Abschluss einer so großen Serie sieht für mich insgesamt auf jeden Fall anders aus. Schade, doch so ist es im Fernsehleben leider. Da wird schnell mal der Geldhahn zugedreht, völlig egal, wie viele Fans die Serie hat. Das ist gerade bei "Fringe" umso mehr bedauerlich, denn eine vernünftige Abschlussstaffel hätte die Show absolut verdient gehabt. Interessant in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass "Lost" ein ähnliches Schicksal zuteil wurde. Begann auch diese Serie bärenstark, wurde sie von Staffel zu Staffel schwächer, verfing sich in den viel zu vielen Handlungsfäden, so dass die Löcher letztlich nicht mehr gestopft werden konnten. Dies führte ebenfalls leider zu einem unbefriedigenden Abschluss. Wenn man sich dann noch die beiden Star Trek Filme von 2009 und 2012 anschaut, könnte man fast schon vermuten, dass es sich um ein generelles Problem des Trios Abrams//Kurtzman handelt.

(die "Alternativ-Erde" versucht sich vor den vermeintlichen Übergriffen der "Real-Erde" zu schützen)

Dennoch! Trotz aller Kritik ist Fringe eine tolle Serie mit einer fesselnden Story. Darüber hinaus merkt man mit  jedem Spezial Effekt, jedem Schnitt und jedem Stunt, dass sehr erfahrene Produzenten am Werk sind. Die Kameraführung ist stellenweise absolut brillant, die Spezialeffekte auf höchstem Niveau und fast schon kinoreif zu nennen. Die überwiegend sehr gut geführte Regie rundet diesen durchweg positiven Eindruck der handwerklichen Gestaltung der Show ab.

 Darüberhinaus sehen wir Charaktere, die nachvollziehbar handeln und sich im Laufe der fünf Staffeln wirklich entwickeln. Als Zuschauer erlebe ich die Schicksale der Protagonisten beider Seiten hautnah mit. Anna Torv ist eine hervorragende Schauspielerin und ihre Figur der Olivia Dunham taff und weich zugleich. Das kommt gut an. Ganz besonders sticht allerdings John Noble in seiner Doppelrolle als Walter Bishop heraus. Seine Darstellung des zwischen Genie und Wahnsinn schwebenden Wissenschaftlers ist einfach großes Kino. Als besonderes Schmankerl dürfen wir dann noch einige Gastauftritte des immer noch äußerst charismatisch agierenden Leonard Nimoy erleben. Super!

(Leonard Nimoy, hier mit Anna Torv und Kirk Acevedo spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte und hat daher einige erfreuliche Gastauftritte)

Für die Actionfans unter uns scheppert es zudem reichlich:  So macht es wirklich Freude, dem Handlungsstrang zu folgen und mitzuerleben, was aus den Protagonisten wird. Da stört es auch nicht, dass Fringe in manchen Augenblicken ein wenig von Akte X zu klauen scheint. Wenn man auch über J. J. Abrams Star Trek Adapation als Fan streiten kann, so versteht der Mann sein Handwerk insgesamt doch absolut. Kurz und gut: Fringe macht einfach Laune. Deswegen kann ich auch nicht anders, als dieser Serie rundum eine überdurchschnittliche Leistung zu bescheinigen. Wären die letzten beiden Staffel genau so stark wie die ersten drei, wäre die höchste Punktzahl drin gewesen. So aber gebe ich eine immer noch überdurchschnittlich gute

persönliche Bewertung:  5-/6

Leswerbewertung:

 


 

 

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