(Quelle: Cover und Bildzitate: BBC)

Orphan Black, original: Orphan Black (seit 2013)

Bell Media, Temple Street Productions, BBC America Orginal Production; Idee: Graeme Manson, John

Fawcett; 40 Episoden in bisher 4 Staffeln á ca. 43 min, 3. Staffel folgt; Produktion: John Fawcett,

Graeme Manson, David Fortier, Ivan Schneeberg

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++Cast++  
Tatiana Maslany als Sarah Manning und ihre Klone Jordan Gavaris als Felix Dawkins
Dylan Bruce als Paul Dierden Kevin Hanchard als Det. Art Bell
Maria Doyle Kennedy als Mrs. S. Skyler Wexler als Kira

Besprechung:

Plot (enthält Spoiler)

Sarah Manning ist ein drogensüchtiger Punk, die ihren Freund Vic um eine größere Menge Kokain betrogen hat. Nach einem Jahr treibt sie die Sehnsucht nach ihrer kleinen Tochter jedoch zurück in die Heimatstadt. Als sie aus dem Zug steigt, trifft sie auf eine Frau, die kurioserweise genauso wie sie aussieht. Beide schauen sich kurz an, dann springt die Fremde vor einen heranrasenden Zug. Sarah ist zuerst geschockt, fasst sich aber schnell. Immerhin sah die Fremde ihr nicht nur zum verwechseln ähnlich, sondern auch nach Geld aus. Kurzerhand stiehlt die junge Frau die Handtasche der Toten, um herauszufinden, wo sie wohnte.

Es wäre ein leichtes, sich als die Verstorbene auszugeben, ihr Konto leer zu räumen und mit ihrer kleinen Tochter, die bei ihrem ehemaligen Vormund Mrs. S. In Pflege lebt, unterzutauchen. Als sie die teuer eingerichtete Wohnung der Toten, die Beth heißt, betritt, realisiert sie schnell, dass diese 75000 Dollar auf der Bank hat. Sie nutzt Fotos, um sich umzuschminken und ihre Frisur zu verändern. Alles scheint gut zu laufen und sie weiht ihren schwulen Stiefbruder Felix ein, der sie unterstützt und Beth' s Leiche bei der Polizei als die von Sarah identifiziert.

(die Polizistin Beth begeht Suizid, die Punklady Sarah, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, wird zufällig Zeuge...)

 Sarah fährt zur Bank und bekommt tatsächlich das Geld ausgehändigt. Sie glaubt sich bereits am Ziel, da hält sie vor der Bank ein fremder schwarzer Mann an und fordert die Punklady auf, in einen Wagen zu steigen. Schnell merkt Sarah, dass sie sich in ein Wespennest gesetzt hat, denn sie hat die Identität einer Polizistin angenommen, die vor ihren Augen Selbstmord begangen hat. Doch es kommt noch schlimmer, denn plötzlich sieht sie eine weitere Frau mit haargenau demselben Äußeren, wie ihres. Was ist hier los? Wer sind diese Frauen? Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse....

Fazit:

In den letzten 20 Jahren hat sich Kanada immer mehr als wichtiger Sektor für die Entwicklung und filmische Umsetzung von TV-Serien entwickelt. Viele große Formate, wie Akte X, Stargate, Stargate Atlantis, LEXX The Dark Zone oder Andromeda wurden dort produziert. Davon ab hat das Land aber eine ganze Reihe guter eigener Serien zu bieten. Eine der derzeit erfolgreichsten Produktionen ist sicherlich Orphan Black, in der sich um eine Gruppe weiblicher Klone ein spannender Thriller entwickelt.

(...und nimmt darauf hin mittels des Diebstahls von Beth' s Handtasche ihre Identität an)

In den ersten Staffeln wird ein feines Netz aus Geheimnissen und Lügen gesponnen. Religiöse Fanatiker, Institutionen, Organisationen manipulieren sich, um das Geheimnis der Klone zu wahren,zu entschlüsseln, oder für die eigenen, niederen, Zwecke zu nutzen. Das ist überaus spannend, wie innovativ und professionell in Szene gesetzt.  Die Serie hat sich als derartig erfolgreich entwickelt, dass sie es auf die volle Anzahl der, im Vorfeld geplanten, fünf Staffeln bringen wird. Vier davon wurden bereits ausgestrahlt und sind mittlerweile auch auf Netflix im HD Stream erhältlich. Die fünfte ist bereits vom auftraggebenden Sender ABC bestellt. Im Free TV ist die Show übrigens auf ZDF Neo zu sehen. Der Sender befindet sich in Staffel 3.

(Sarah hat sich in größere Schwierigkeiten gebracht, als gedacht)

Mit Tatiana Maslany hat das Produzententeam um John Fawcett und Graeme Manson eine wirklich tolle Schauspielerin entdeckt. Es gelingt ihr mühelo, in die mittlerweise fast "zahllosen" Charaktere zu schlüpfen, die ihre Rolle als Klon vorsieht. Allein in der ersten Staffel bietet sie nicht weniger als neun völlig unterschiedliche Figuren auf. Jede Figur stattet sie mit individuellen Merkmalen wie Akzeten, anderer Körpersprache, oder eben typischen Verhaltensweisen aus. Da ist das hervorragend angepasste jeweilige Aussehen ein schönes Zubrot, dass sich allerdings anhand von Maslanys Leistung fast schon als unnötig erweist.

Für diejenigen unter Euch, die die Serie nur in deutscher Sprache genießen sei nebenbei erwähnt, dass dieser Aspekt ganz besonders im Original zum Tragen kommt, obwohl sich Tatiana Maslanys Synchronsprecherin Corinna Riegner sehr viel Mühe gibt und ihre Sache sicherlich auch sehr gut macht. Maslany war eine bis dato eher unbekannte, 1985 in Kanada geborene Schauspielerin, die durch einige Fernsehfilme und Gastauftritte in mehr oder weniger bekannten Serien von sich reden machte. Die Rolle des weiblichen Klons in Orphan Black stellte für sie einen echten Durchbruch dar und ich bin sicher, dass wir sie in den nächsten Jahrennoch viel von ihr hören werden.

(Matt Frewer, bekannt aus Eureka ist in seiner Rolle des Dr. Aldous Leekie einer der Lichtblicke der Show)

Als weitere Schauspieler wurden unter anderen der aus Eureka bekannte Matt Frewer und der eher unbekannte Kevin Hanchard als Detective „Art“ Bell gewonnen, der aktuell in einigen Folgen von The Expanse zu sehen war. Frewers Leistung tut der Serie zusätzlich sichtlich gut, da m. E. einige der Nebendarsteller eher als durchschnittlich zu bewerten sind. Jordan Gavaris, der Sarah Mannings (der in der ersten Staffel wichtigste von insgesamt zehn bekannten Klonen) Stiefbruder Felix Dawkins spielt, kommt ein wenig wie der „Quotenschwule“ rüber, der seine Rolle eher mit einem Klischee nach dem anderen behaftet. Darüber hinaus fällt der Jungmime hin und wieder durch sein, wie ich meine, unnötiges Overacting auf. Das machte ihn für mich anfangs zu einer eher unglaubwürdigen Figur. Felix kommt allerdings zum Ende der Staffel immer größere Bedeutung zu, wodurch er auch sein Spiel den Gegebenheiten ein wenig anpasst, so dass dieser Eindruck letztlich doch abgemildert wird. 

(im Laufe der ersten Staffel entspinnt sich ein Cyberkrimi, auf der einen Seite die sogenannten Neolutionisten...)

Die Geschichte selbst ist, wie oben bereits erwähnt, hervorragend und äußerst spannend erzählt. Ständig sehen wir uns Fragen darüber ausgesetzt, wer nun wer in diesem Cyberkrimi ist und was dessen Motive sind. Alles beginnt mit einem eher harmlosen Ereignis. An einem Bahnhof stürzt sich eine Frau vor einen Zug, die unserer Heldin, Sarah, zum Verwechseln ähnlich sieht. Die beschließt darauf hin, die Existenz der Toten anzunehmen, weil sie Geld vermutet. Die Verstorbene stellt sich allerdings leider als beurlaubte Polizistin heraus, die einem schrecklichen Geheimnis auf der Spur war: sie, Sarah und mindestens sieben weitere Frauen sind Klone und drei von ihnen wurden bereits ermordet. Aus dieser Prämisse entwickelt sich eine Hetzjagd, die von den Produzenten im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut wird. Somit entsteht ein unglaublich gut durchdachter Spannungsbogen, der sehr kurzweilig und unterhaltsam ist.

 (...auf der anderen Seite religiöse Fanatiker, die den Klon Helena für ihre Zwecke missbrauchen)

Ja, Orphan Black ist im Kern ein Thriller, aber einer mit einer intelligenten SciFi-Story im Rücken. Handwerklich ist die Show wirklich gut gemacht, etwas mehr technische Spielerei wäre allerdings sicherlich schön gewesen. Das ist andererseits auch nicht wirklich tragisch, da auf diese Weise der Realitätsbezug nicht verloren, geht, der für Storys dieser Art nun einmal nötig ist. Um glaubwürdig zu bleiben, darf man sich nicht allzu weit von der Wirklichkeit entfernen. Immerhin spielt die Serie nicht in einer näheren Zukunft, sondern im Hier und Jetzt. Und genau das macht diese Serie verdammt gut und daher für mich so spannnend.

vorläufige persönliche Bewertung: 5/6

Leserbewertung:


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