(Quelle: Covers: links: Alpha Home Entertainment, Cover rechts: Millcreek Entertainment, Bildzitate: Millcreek Entertainment)

Rocky Jones, Spaceranger (1954 - 1956)

Roland Reed Productions, Space Ranger Enterprises: DVD: Millcreek Entertainment;

Produktionsland: USA; 39 Episoden á 30 Minuten in 2 Staffeln; nur in Englisch erhältlich;  Idee: Roland Reed, Warren

Wilson, Arthur Hoerl, Marianne Mosner; Produzent: Guy V. Thayer junior; Musik: Alexander Lazlo

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++Cast++  
Richard Crane als Rocky Jones Sally Mansfield als Vena Ray
Scott Beckett als Winky Patsy Parsons als Cleolanta
Robert Lyden als Bobby Maurice Cass als Prof. Newton
Charles Meredith als Secretary Drake William Hudson als Ranger Clark
Leonard Penn als Griff Harry Lauter als Atlasande
Cliff Ferre als Marshal Anne Robinson als Queen Juliandra

 

Besprechung:

Plot (enthält Spoiler)

Wir schreiben das Jahr 2054. Viele Monde und Planeten des Sonnensystems sind besiedelt und in der United Worlds of the Solar System vereint. Ziel der Organisation ist die friedliche Koexistenz. Doch jenseits aller guten Absichten gibt es weiterhin Despoten wie Cleoanta, die Herrscherin von Ophiuchus, die die Macht über die solaren Welten an sich reißen will. Außerdem treiben Piraten und anderes Gesindel ihr Unwesen.

Um die Bewohner der United Worlds zu schützen, wurde eine Raumpolizei, Spacerangers genannt, ins Leben gerufen. Rocky Jones und seine Freunde Winky, Vena, der zwölfjährige Bobby und Professor Newton tun alles in ihrer Macht stehende, um dieser großen Verantwortung gerecht zu werden. Dazu steht ihnen der schnelle und gut bewaffnete XV-2 ORBIT JET zur Verfügung. Mit Unterstützung von Secretary Drake tritt das Team gegen die schlimmsten Bösewichte an. Egal ob es wieder einmal gilt, einen von Cleoantas perfiden Plänen zu durchkreuzen, oder sich dem gestandenen, aber herzlichen Piraten Pinto Vortando zu stellen. Rocky und seine Freunde zeigen stets Courage, Mut, Integrität, Fairness und Herz...

(Die Hauptfiguren im Überblick. Vorne von links nach rechts: Rocky Jones, Winky und Bobby. Dahinter links: Vena, rechts: Professor Newton. Im Hintergrund ganz rechts: Cleoanta, die Herrscherin von Ophiuchus)

Fazit:

Rocky Jones, Spaceranger gehört heute gemeinsam mit Captain Video and the Video Rangers, Tom Corbet, Spacecadet und Space Patrol zu den berühmten Space Opera-TV-Shows der 50er Jahre. Die Serie erblickte 1952 das Licht der Welt und war das Baby von Roland D. Reed, der 1951 eigens eine eigene Produktionsfirma für sein Herzensprojekt gegründet hatte. Rocky Jones wurde von Anfang an für das Syndication Network, anstatt für einen der großen Sender produziert. Tatsächlich fehlte es dadurch zunächst an Sponsoren, was beinahe das vorzeitige Aus für die Show bedeutet hätte. Trotz aller Widrigkeiten wurde der Pilotfilm gedreht und am 29. September 1952 vorgestellt. Nachdem die Figuren der Vena Ray und des Secretary Drake neu besetzt worden waren, startete man 1953 durch und filmte die ersten sechsundzwanzig Episoden. Kurze Zeit später legte das Produktionsteam noch einmal nach und gab weitere dreizehn Folgen in Auftrag.

(von links nach rechts: Richard Crane als Rocky Jones, Charles Meredith als Secretary Drake, Scott Beckett als Winky)

Von den insgesamt neununddreißig existierenden Episoden sind lediglich drei als dreißigminütige, in sich abgeschlossene, Geschichten angelegt. Der Rest besteht aus insgesamt zwölf etwa neunzig minütigen Filmen zu je drei Teilen. Folgerichtig wurden später dreißig Folgen in zehn Filmen zusammengeschnitten und für das Kino oder Fernsehen neu verwertet. Im Laufe der insgesamt zweijährigen Produktionsgeschichte gab es einige Wechsel. So verstarb etwa Maurice Cass, der den Professor Newton gegeben hatte, am 08. Juni 1954 an einem Herzinfarkt und wurde durch Reginald Sheffield ersetzt. Der gebürtige Brite war nun als Professor Mayberry in insgesamt fünf Episoden zu sehen. Auch Rocky's Sidekick Winky (Scott Beckett) trat leider nach vierunddreißig Episoden ab und wurde durch Biff ( Jimmy Lydon ) ersetzt, der Winkys Part für die letzten beiden Dreiteiler übernahm. Auch Cleolanta (Patsy Parsons), Königin der Welt Ophiuchus und Rockys erklärte Feindin (btw. meine Lieblings-Bösewichtin) schied aus, nachdem Rocky ihre Welt vor einem Zusammenstoß mit den Monden Nagado und Posita gerettet hatte. In insgesamt siebzehn Folgen war sie die erste Gegenspielerin der United Worlds of the Solar System gewesen. Nicht untypisch für diese Zeit darf auch ein kleiner Junge, hier namens Bobby, nicht fehlen, der die Wünsche und Träume der oft recht jungen Zuschauer auf sich vereinte. Welcher Junge träumt schließlich nicht davon, Abenteuer in den Weiten des Alls zu erleben?

(für eine 50er Jahre TV Serie, die dazu zunächst ohne festen Sponsor auskommen musste, zeigt Rocky Jones, Space Ranger sehr viele nett anzuschauende Spezialeffekte. Hier ein feindliches Raumschiff, dass sich gerade von einer Spaceranger Raumstation entfernt)

Interessanterweise sorgten die mehr als unregelmäßigen Ausstrahlungen verteilt über die ganze USA dafür, dass die Serie bis in den 70er Jahren bei der großen Space Opera Fangemeinde kaum Bekanntheit erlangt hatte. Erst als der Videorekorder immer mehr aufkam, kursierten Tapes unter den Fans und sorgten innerhalb weniger Jahre dafür, dass keine andere Serie so leicht zu erhalten war, wie Rocky Jones, Spaceranger. Heute ist das kein Thema mehr. Es gibt zahlreiche Videoauswertungen, sowie Public Domain Releases, wobei ich hier nicht die Hand für eine legale Verwertung ins Feuer legen würde. Im Jahr 2010 brachte Millcreek Entertainment ihre fantastische DVD Box „Television Classics – 150 Episodes“ heraus, auf der dreiundzwanzig der neununddreißig Folgen zu sehen sind. Zwei Jahre später folgte vom selben Label die Box „100 Greatest Sci-Fi Classics“ auf der drei Filme enthalten sind, von denen allerdings alle in der erstgenannten Sammlung zu finden sind. In den USA kann man die vollständige Serie, bzw. verschiedene Sammlungboxen mit mehr oder weniger großen Zusammenstellungen erwerben.

(herrlich: Rocky Jones ist eine waschechte Space Opera, die viele Weltraumszenen wie diese aufweist. Hier: zwei Raumschiffe des XV Orbit Jet Typs docken aneinander an)

Die Drehbücher sind zwar recht simpel angelegt, verfügen aber über eine gute Portion Action, Witz und Charme. Die Tatsache, dass es sich hier nicht, wie seinerzeit oft üblich, um Live-Bühnenshows, sondern um vorproduzierte Mehrteiler handelte, sorgte außerdem dafür, dass wichtige Details wesentlich besser geplant werden konnten. So wurde unter anderem eine verhältnismäßig hohe Zahl an Spezialeffekten eingesetzt. Diese stammen überwiegend von Richard Glass und sind für damalige Fernseh-Verhältnisse sehr nett anzuschauen. Die Vielfältigkeit fällt dabei beeindruckend aus. Natürlich wurde auch recycelt. Doch abseits davon gibt es immer wieder Neues zu bewundern.

Noch schöner finde ich die ideenreichen Sets, Kostüme und Props, die eine große Liebe zum Detail beweisen. Anders als frühere Serien wie etwa Captain Video and the Video Rangers versuchte die Serie, sich von den damals noch immer beliebten Kinoserials langsam zu emanzipieren. Das funktioniert teilweise recht gut. Vornehmlich die Bösewichte tragen allerdings häufig Kostüme, die man ebenso gut bei Flash Gordon, Buck Rogers und Co vermuten könnte.

(In "Crash of the Moons" erleben wir, wie zwei Monde miteinander kollidieren. Die dazu hergestellten Effekte sind für die damalige Zeit sehr gut gelungen)

Was ich weiterhin für sehr gelungen halte ist die Tatsache, dass die Dreiteiler durchaus nicht immer für sich alleine stehen, sondern bisweilen aufeinander aufbauen. So besuchen wir etwa die Zwillings-Monde Nagado und Posita sowohl in „Rocky' s Odyssee“ (Staffel eins Folgen drei bis sechs, als Film: „The Gypsy Moon“) als auch in „Crash of the Moons“ (Staffel eins Folgen zwanzig bis zweiundzwanzig). Während im ersten Teil kulturelle Missverständnisse ausgeräumt wurden, geht es in der Fortsetzung darum, eine Kollision mit Cleolantas Welt Ophiuchus zu verhindern. Der Plan schlägt fehl, doch gottseidank können die Bewohner aller drei Monde rechtzeitig evakuiert werden. In der letzten Geschichte, „Rocky' s Trial“ werden die zerstörten Welten dann sogar noch einmal angesprochen. Ansonsten muss man resümieren, dass die Autoren viele Details der Fantasie der Zuschauer überließen. Wo etwa die zahlreichen erwähnten „Monde“, auf denen Rocky seine Abenteuer erlebt, lokalisiert werden können, bleibt genauso außen vor wie die Frage, welche Welten des Sonnensystems denn nun genau Mitglied der United Worlds of the Solar System sind.

(die Props und Kostüme waren sehr ideenreich und hübsch gestaltet: Hier: Rocky Jones versucht in einem Raumanzug, einen Riss in der Hülle seiner XV-2 zu verschließen)

Auch wenn die Drehbücher rund um Rocky Jones' Abenteuer sicherlich nicht awardverdächtig waren, macht mir die Serie auch heute noch eine ganze Menge Spaß. Ich bin zwar ein Kind der 60er, wuchs aber mit Sci-Fi der 50er Jahre auf. Serien wie die hier erwähnten, waren im deutschen Fernsehen leider nie zu sehen. Das widersprach offenbar dem Anspruch der Programmbosse. Dennoch schwappten diese liebenswerten Kleinode auch zu uns herüber und wecken noch heute das Kind in mir. Internet und globalem Handel sei es gedankt.

 

persönliche Bewertung: 5/6

Leserbewertung:


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